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Sonntag, 23. Februar 2014

Santorini: Sonnengruß - Schnorcheln - schwarzer Sand

Es ist noch dunkel, als ich an der Fähre ankomme. Ich ziehe mir all meine Pullover und Jacken im Gepäck übereinander an und sichere mir einen Platz auf dem hinterem Außendeck. Dann warte ich auf die Abfahrt und den Sonnenaufgang. Die beiden Ereignisse fallen dann auch gleich zusammen und mit der Sonne wird es auch zunehmend wärmer bis es schließlich heiß ist und der Fahrtwind Abkühlung bringt. Für mich steigt mit jeder Seemeile, die ich mich von Athen entferne, die Stimmung und spätestens in Paros, den ersten Zwischenstopp der Fähre, bin ich bester Dinge und voller Vorfreude, denn es sieht vielversprechend aus!
Santorini ist eigentlich eine Inselgruppe, kreisförmig und so ist die Hafeneinfahrt bereits spektakulär - die weißen Häuser und deren blaue Dächer tun ihr übriges!


Ich muss vom Hafen noch schnell einen Bus nach Karterados nehmen und ca. 15 Minuten zum Hostel laufen und dann bin ich im Paradies! Kein Scherz, hier ist alles ein Postkartenmotiv, man weiß gar nicht was man zuerst photographieren möchte und obendrein ist mein Hostel wunderschön, Nabil wartet am Pool (am Pool, im Hostel!) auf mich und ist sehr nett und - na eben perfekt, noch Fragen!

traumhaft, oder?

Am ersten Abend schaue ich mich noch kurz in Karterados um und dann geht's in Bett und am nächsten Morgen sofort nach Fira und dort runter zum Hafen. Dort sind dann auch die berühmten Esel, ich entscheide mich jedoch den gesamten Weg zu laufen, runter und hoch - naja, hinterher ist man schlauer, sag ich mal.


Und die Motive reisen nicht ab, ganz im Gegenteil.

Eine klitze kleine Auswahl,
ich habe mich hier photographisch ausgetobt!

Am Abend mache ich Yoga auf dem Dach im Hostel, nach fünf Monaten zum ersten Mal wieder Yoga - das fühlt sich ganz Fantastisch an! Im Hintergrund geht die Sonne unter - die schönste Kulisse in der ich (bisher) Yoga gemacht habe.
Aihnoa und Nami sind jetzt auch hier, und Aihnoa und Nabil kommen beide von den Kanaren, geballte spanische gute Laune für die kommenden Tage, ich freu mich!
Neuer Tag, neue Abenteuer! Ich mache einen Bootsausflug zum Vulkan auf der Nea Kameni im Zentrum der Inselgruppe, mein erster Vulkan in ganz echt und Farbe!

Bootsanlegestelle auf Nea Kameni
bei den heißen Quellen

Weiter geht es zu den heißen Quellen. Naja, warm wäre wohl zutreffender, aber die Freude kann nichts trüben. Der nächste Stopp ist Thirasia, mal wieder Treppen und wieder keine Esel. Ich bin mit Marlene aus Paraguay unterwegs - und ich glaube sie ist noch begeisterter als ich - Paraguay hat kein Meer.

Ein Krokodil!

Nach Thirasia kommen wir zurück nach Thira, auf die Hauptinsel und legen in Oia an - und auch hier Treppen und Esel, und wieder entscheiden wir uns für ein Workout. Der Ort ist voller Touristen, aber es ist so wunderschön, wer könnte es ihnen verübeln.

Oia
nicht lecker, aber schön anzusehen
Hahahaa! Ratet mal woher die beiden sind!
Im Hintergrund das perfekte Meer, aber man
quetscht sich lieber in den Whirlpool

Hier gibt es das Beste Eis Santorinis und der Eisverkäufer steht gleich auch noch zum Angebot, zum heiraten - sagt er selbst und mehrere Schilder im Geschäft, obendrein steht eine Dose auf dem Thresen, in der man seine Telefonnummer hinterlegen kann - man, der meint es wirklich ernst! Das Eis ist hervorragend (seltsam, dass er noch nicht verhiratet ist) und Marlene und ich sichern uns einen Platz für den Sonnenuntergang. Neben uns sitzt ein nettes, älteres deutsches Ehepaar und auf dem Felsen wird an einem Film von massenhaft Asiaten gearbeitet. Ach so - Santorini ist die Topdestination für Asiaten. Besonders zum heiraten.

Rent a Car - or a bride

Man stellte sich bitte eine japanische Reisegruppe in Neuschwannenstein vor - jeder drei Kameras (mit Teleobjektiv), machen von der Türklinke, dem Schlüsselloch und allen Schanieren ein Bild und jetzt versetzt man das ganze ins sonnige Griechenland und fügt ein Brautpaar hinzu - tataa: Santorini oder besser Oia, besonders kurz vor Sonnenuntergang. Denn der soll hier besonders spektakulär sein. Marlene und ich wollen das testen.

der beste Sonnenuntergang in Griechenland (angeblich)

Das Fazit: ich habe schon imposantere Sonnenuntergänge gesehen, aber selten so viele aufdringliche und verrückte Asiaten, ständig hat man eine Kamera irgendwo, die drängeln sich aber auch in die kleinste Ritze... Zurück nach Karterados geht es mit Michael und Michael - zwei Kanadier, die wir beim Sonnenuntergang getroffen haben - so sparen wir das Geld für den Bus und lassen uns auf den Mopeds chauffieren.
Die folgenden Tage verbringe ich mit Nami, Aihnoa, Nabil und Tristan an verschiedenen Stränden der Insel und das ist in keinem Fall so langweilig wie es vielleicht klingen mag, Denn auf Santorini ist ein Strand rot und der nächste schwarz - also der Sand. Für Leute von den Kanaren ein alter Hut, für mich neu und aufregend. Nami bringt für mich Unterhaltung in Höchstform mit an den Strand: "What happend here?!" - ich kann es euch nicht erklären, Nami ist einfach nur zu komisch und ich lache schon wieder wenn ich nur daran denke!
Am Abend gibt es spanisch-italienisch-griechische Mixküche. Nami verspricht mir ein spanisches Spiegelei - meine Spannung seigt - und
es ist ein Speigelei in Olivenöl gebraten - Nami du bist einfach köstlich! Das Ei auch.

roter Strand
Nami!
Aihnoa und Nami

Leider vergeht die Zeit wie im Flug, ich gehe das erste Mal Schnorcheln und es ist wunderschön - wer es noch nicht probiert hat sofort nachholen! Aber bitte vor Leuten mit Harpunen in Acht nehmen, da bleibt kurz das Herz stehen, wenn so ein Ding ins Blickfeld schwimmt.
Unseren letzten Tag verbringen wir so lang wie möglich am Strand in der Nähe von Parissa. Am Abend ein letztes Essen, diesmal in der kleinen Dorftaverne - der gegrillte Käse und die Tomatenpuffer sind köstlich. Ahh, ich darf gar nicht daran denken, hier in Asien gibt es keinen Käse... Danach müssen wir zur Fähre, die Nachtfähre, wir haben es so weit wie möglich herausgezögert.

Der Versuch eines Gruppenphotos.
Man sollte den Photographen weise wählen!

Die Fähre ist ein Alprtraum, Schlaf nur Mangelware, aber Nami bringt mich trotzdem zum Lachen, alles also halb so schlimm.
Und da sind wir, zurück in Athen - es folgt der zweite Streich!

06 Tage | 05 Nächte || 09|10|2013 - 14|10|2013 

Mittwoch, 29. Januar 2014

Abenteuer Athen

Athen I

 

Die Zugfahrt nach Athen findet zum größten Teil im Dukeln statt. Endlich in der griechischen Hauptstadt angekommen nehme ich die Metro zum Hostel. Dann wird erstmal geschlafen, mehr ist am ersten Abnd nicht zu holen. Athen ist der Ausgangspunkt um wenigstens eine der vielen griechischen Inseln zu entdecken. Also fahre ich am nächsten Tag nach Piräus, Athens Hafen, um mir ein Ticket nach Santorini zu holen. Piräus ist nur eine Metrofahrt von der Innenstadt entfernt und mein Aufenthalt in Santorini gesichert. Danach geht es mit der Metro zurück. Und jetzt beginnt das große Spiel der unglücklichen Zufälle - wäre heute nicht Waschtag, hätte ich eine Hose mit Taschen angehabt, und wäre ich zum Hostel und nicht in den Park gefahren, wäre ich nicht allein mitten in einem Park in Athens Innenstadt gelandet und wäre vielleicht nicht überfallen worden und mein iPhone wäre vielleicht nicht geklaut wurden - ist es aber.

der Tatort: Hügel im Hintergrund

Es folgt Polizei vor Ort, und dann noch mehr Polizei auf dem Präsidium. Wäre natürlich sehr hilfreich wenn ich mein Telefon online orten könnte, ein Versuch wäre es wert und Zeit ist in diesem Fall Geld, doch die Polizei in Griechenland hat kein Internet. Das ist (leider) kein Scherz!
Als ich am Abend endlich wieder im Hostel bin, schlägt die moderne Kommunikationskultur mit voller brutaler Keuler zu, denn hier gibt es keine Computer nur wifi - und das kann ich nun ohne Endgerät nicht mehr nutzen... Aber die menschlichen Ressourcen hier sind immer noch die besten und so kann ich mit dem Festnetztelefon zu Hause anrufen und bescheid geben. Die nächsten zwei Tage in Athen sind nicht wirklich ereignissreich, denn nach diesem nicht all zu kleinen Schock ist meine Unternehmungslust etwas herabgesetzt. Mein Bewegungsradius orientiert sich an der scheinbar sicheren Nähe um Hostel. Höchste Zeit nach Santorini zu fahren und sich dort etwas, Strand, Sonne und Seelenfreiden zu gönnen! Und das mache ich auch!

Im Moment ist mir Athen so am Liebsten -
von der Ferne
   
04 Tage | 03 Nächte || 06|10|2013 - 09|10|2013

Athen II

 

Zurück aus Santorini bin ich nicht nur brauner, sondern auch erholter und habe mich mt meiner neuen internet- und kommunikationslosen Situation abgefunden. Nami, Aihnoa und Tristan sind mit der selben Nachtfähre zurück gekommen und so können wir noch einen gemeinsamen Tag in Athen verbringen, bevor die beiden Mädels zurück nach London fliegen. Wir laufen durch die labyrinthartigen Gassen in Plaka, und schauen uns die vielen kleinen Straßenstände in Monastiraki an. In Athen stolpert man bei solchen Stadtrundgängen ständig über antike Ruinen.

Stadtzentrum
oder Ausgrabungsort?
In Athen ein und das selbe

Zum Abschluss essen wir noche ein Eis und hier in Athen hat man in Sachen dunkles Schokoladeneis die absolute Einleuchtung! Hier ist das ganze kein Eis, sondern ein Sorbet - damit auch für Veganer geeignet und nicht nur schokoladig zudem auch erfrischend - wunderbar, ganz wunderbar! Dann ist es Zeit sich zu verabscheiden.
In den folgenden Tagen schaue ich mir nun endlich Athens Hauptattraktion an - die Akropolis.

dramatische Wolken machen das Parthenon noch monumentaler
Blick von den Propyläen

Das riesige Gelände nimmt etwas Zeit in Anspruch, doch trotz der Größe der Anlage verlaufen sich die Touristen nur mäßig und es ist sehr voll. Als (noch) Student kann man sich die Akropolis und alle dazugehörenden Anlagen - Parthenontempel, Niketempel, Erechtheion, Propyläen - kostenfrei ansehen, juhu!

Odeon des Herodes Atticus
Erechtheion
Sicht auf den Akropolishügel

Danach gibt es noch einen wunderbaren Sonnenuntergang.

die Bäume sehen wie Watte aus!

Ich bummel noch etwas durch die Stadt und organisiere meine Weiterreise nach Italien. Das Ticket für die Fähre ist schon gekauft und Stav vom Hostel erklärt mir von wo ich den Bus nach Patras nehmen muss, denn von Athen aus fahren keine internationalen Fähren ab. In Athen regenet es immer mal, teilweise heftige Schauer. Das bringt mich zu meinem zweiten Abenteuer: am Abend vor meiner Weiterreise rutsche ich auf den nassen Fliesen im Hostel aus und stürze recht heftig. Die erste Stunde gilt die größte Sorge meinem sehr komprimierten Oberkörper, denn ich habe erstmal keine Luft mehr bekommen. Doch es wird besser, die Rippen tun trotzdem die ganze Nacht weh und am nächsten Morgen ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein "pain in the ass" vom oberen Bett herunter zu kommen. Unten angekommen ist mir so schwindlig, dass ich mich gleich nochmal hinlegen muss (auf dem Boden, noch mal hoch wäre Selbstmord). Naja, das alles führt dazu, das ich mir ein Taxi zum Busbahnhof gönne anstatt den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Der Taxifahrer scheint den längsten Weg überhaupt zu nehmen, Stav hat was von 10 Minuten gesagt, wir brauchen mindestens dreimal so lang und es kostet dementsprechend auch viel mehr. Naja, mein schmerzhafter Steiß dankt mir eine Taxifahrt alle mal. Und sobald ich auf dem Schiff bin kann ich mich ja 24 ausruhen. Bis dahin muss ich nur ein paar Stunden mit dem Bus nach Patras fahren. Im Bus kann ich mein Buch zu Ende lesen und so etwas Balast reduzieren. Nach vielem suchen, laufen und fragen finde ich endlich den richtigen Hafen und das richtige Schiff und jetzt sind es nur noch 24 Stunden auf dem Meer bis Italien. Mein Steiß freut sich auf die Pause!

03 Tage | 02 Nächte || 15|10|2013 - 17|10|2013

Dienstag, 14. Januar 2014

Magenprobleme & Mönche bei Meteora

Ich nehme den Zug von Thessaloniki nach Trikala. Auf dem Weg sehe ich das erste mal Baumwollfelder und während der Fahrt braut sich ein heftiges Gewitter zusammen. So regnet es dann auch in Strömen als ich in Trikala ankomme. Am Bahnhof sind drei Gestallten wie ich unterwegs, mit großen Rucksäcken und langen Haaren, sie wollen natürlich auch zum Hostel und so können wir uns ein Taxi teilen. Am Hostel angekommen ist alles dunkel, die Türen sind verschlossen. Eigentlich hatte Dora doch gesagt sie erwarten mich... Schließlich finden wir eine offene Tür und stehen auf einmal bei Dora und ihrer Familie im Wohnzimmer, da findet auch gerade eine Englisch Klasse für Achtjährige statt - hier sollten wir also nicht wirklich triefend nass auftauchen. Aber es ist ein großes Hallo und Dora stellt mich gleich als lebendes Englischtraining ihren Kindern vor. Dimitris bringt uns dann in unsere Zimmer und dort können wir etwas abtrocknen.

auf diese Aussicht muss ich erstmal noch warten

Die folgenden Tage habe ich mit Magenproblemen zu kämpfen. Das ist etwas unangenehm, aber auch gar nicht so schlimm, denn eine Pause tut mir ganz gut. So kann ich mal wieder Bilder sichern und gepflegt mein Buch lesen. So sehe ich also in den ersten Tagen nur den Weg zum Supermarkt um mir etwas Toastbrot, Bananen und Tee zu kaufen. Dimitris ist besorgt, dass ich meine Zeit verschwende und nimmt mich mit auf seine nächtlichen Autorundfahrten durch die Stadt und tagsüber in eins der vielen griechischen Cafes. Griechen lieben Kaffee! Hier werde vor allem die geeisten Variationen getrunken. Und es wird sich sehr viel Zeit genommen zu trinken und zu plauschen. So ist am Samstag die gesammte Innestadt voller Familien, die sich Kaffee und Gesellschaft gönnen.

in Griechenland gibt es jede Menge Kanarienvögel

Nach einigen Tagen bin ich wieder stabil genug um den Weg nach Metora anzutreten. Zwei Busfahrten trennen mich von diesem heiligen Ort, der es auf die Liste der UNESCO geschafft hat. Ich muss früh los und es ist recht kalt. Aber schon die Busfahrt hoch zu den Klöstern ist atemberaubend. Ich wandere auch sofort drauf los und schlage mich abseits der Straßen über Felsen und durch das Gestrüpp um die Einsamkeit in dieser spektakulären Kulisse zu geniessen. Ich habe eine kleine Sandwichpause auf einem großen Felsen, von dem aus ich die Glocken der vielen winzig kleinen Schafe unten im Tal hören kann. Es ist so fazinierend, dass all diese Klöster vor so vielen Jahren gebaut wurden und es damals nicht ein mal Treppen zu ihnen gab, sondern alles, wirklich alles, über Seilwinden hinaufgehieft wurde. Da bin ich auf meinem Felsen ganz klein und mein Toastbrot mit Butter noch viel kleiner.

Varlaám
klein wie Reiskörner, aber aus 100% Fleisch

Dann bin ich auch bereit die Klöster zu besichtigen und schaue mir zuerst das größte an - Metamórphosis oder Megálo Metéoro. Hier muss ich einen Rock über meine Hosen ziehen, denn die Klöster sind alle noch bewohnt und Frauen sind nicht in Hosen gestattet. Die Anlage ist groß und doch irgendwie eng, denn hier auf dem Felsen kann man den Platz natürlich nicht verschwenden. Die kleine Kirche ist prächtig bemalt und in einem Kloster erscheint einem eine Kirche als noch heiliger, irgendwie. Schließlich sind hier überall die orthodoxen Mönche mit ihren schwarzen Gewändern und langen Haaren unterwegs.

Metamórphosis

Ich will natürlich alle sechs noch erhaltenen Anlagen sehen. Inzwischen ist es auch sonnig und warm, beste Vorraussetzungen! Ich laufe zum Kloster Varlaám, das hat heute allerdings Ruhetag. Verständlich, Kosterleben stellt man sich ja auch nicht so vor, das ständig Touristen vorbei kommen und Bilder schießen wollen. Und Touristen sind hier en masse. Sie kommen in Busen, viele Asiaten mit ihren vielen Kameras (wozu brauchen die immer gleich mehrere Kameras?), Russen, Serben, Polen, Rumänen, Ungarn und ich.

Rousánou
der kleine Klostergarten
das Kloster Leben hat auch Vorteile

Ich bin weiter zu Fuß unterwegs, denn es ist im Gunde eine Schande diese wunderschöne Gegend im Auto oder Bus zu erkunden. Nach einem weiteren langen Fußmarsch mit geplanten Umwegen komme ich schließlich in Rousánou, der kleinsten Anlage, an, die von Nonnen bewohnt wird - was nicht bedeutet, hier kann man mit Hosen reinspazieren, ganz im Gegenteil hier muss man auch ein Kopftuch aufsetzen, Die kleine Kirche des Klosters ist wunderschön mit sehr detailieren Holzarbeiten inklusive Perlmuteinlagen und bunten Wandmalerein. Von Rousánou wandere ich weiter zu zwei Aussichtspunkten die diesen Namen mehr als nur verdient haben.

Beste Aussichten!!

Auf dem zweiten treffe ich Jenny aus LA. Wir geniessen gemeinsam den Ausblick und die Ruhe bevor der nächste Bus auftaucht. Sie gibt mir noch einen Kontakt für ein Hostel auf Santorini. Die Zukunft verspricht Sonne, Meer und Yoga!

da bin ich auch gleich!

Aber zuerst will ich noch nach Agía Triáda und Agios Stéfanos. An Agios Nikólaos Anapavsás bin ich schon vorbei und es ist zu weit im Tal gelegen um es an diesem Tag zu besichtigen. Mein Weg zum Kloster Agios Stéfanos führt mich an einer riesigen Ziegenherde vorbei, welche ich erst nur höre und dann auch sehe. Sie lassen sich durch die Autos, Busse und mich gar nicht stören und so kreuzen circa 100 Ziegen die Straße in aller Seelenruhe und alle anderen müssen warten. Wenigsten ein paar Lebewesen, die sich vom Tourisms nicht beeindrucken lassen.

Agios Stéfanos
der Klostergarten

Agios Stéfanos ist ebenfalls ein Frauenkloster und hier wird die Kirche gerade mit neuen Wandmalerein versehen - sehr beeindruckend. Weiter geht es zum Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit. Dort komme ich leider ein paar Minuten zu spät an. Aber die in den Felsen geschlagenen Stufen an sich sind auch schon sehr beeindruckend - hier hat alles "Der Name der Rose" Atmosphäre . Danach gehe ich zurück in den Ort und nehme den nächsten Bus nach Trikala und so bin ich im Dunkeln aufgebrochen und im Dunkeln zurück.

das Ganze vom Ort aus gesehen

Dora will natürlich alles über meinen Tag wissen und verspricht mir, mich am Sonntag mit zur Messe nach Meteora in eins der Klöster zu nehmen. Sonntag muss ich also sehr früh aufstehen, denn die Messe geht 6 Uhr los. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Die Nonnen und Mönche beginnen 5 Uhr mit der Messe und ab 6 sind die Klöster offen für alle jene, die an der Messe teilhaben wollen. Wir sind 6:30 da und Agios Stéfanos ist heute nicht geöffnet, weil die Nonnen die ganze Nacht durchgebetet haben und nun schlafen gehen. Man oh man, das ist schon was anderes so ein Kloster! Also fahren wir nach Rousánou. Dort nehemen Dora, ihre Mutter, ein polnisches Mädchen aus dem Hostel und ich dann an der Messe teil. Es wird alles gesungen, natürlich in griechisch und es werden im Laufe der Zet immer mehr Leute, den die orthodoxe Liturgie erlaubt jedem zu kommen und zu gehen wann er will. Wir bleiben bis zum Schluss und das ist 9:30. Die Kirche ist nur von sehr wenigen Kerzen erleuchtet und irgendwann geht die Sonne auf und es wird ganz allmählich heller. Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee und Kuchen.
Hier in einem Kloster, mitten in Griechenland trinke ich die ersten kleinen schlucke Kaffee meines Lebens, denn Dora zwingt mich! Der Kaffee sei gesegnt und es wäre ein Affront ihn zu verschmähen. Also muss ich da durch. Naja, und was soll ich sagen, es ist fuchtbar! Auf den Satz gekochter griechischer Kaffee, ich weiß in Millisekunden warum ich keinen Kaffe trinke! Aber der Kuchen ist gut.
Am Abend reise ich ab und bevor es soweit ist, bekocht mich Dora mal wieder und ich esse mit der gesammten Familie und danach zeigen Dora und ihr Mann Thomas mir ihre Farm. Dort sehe ich zum ersten mal einen Kakibaum. Dora gibt mir natürlich auch Früchte und zeigt mir noch ihre vielen Kücken. Die verschenkt sie von Zeit zu Zeit an Freunde, als kleines Mitbringsel zu Einladungen, anstatt von Wein oder Blumen, denn so ein Kücken wird zum Huhn und dann kann man es essen! Hahaha!
Reichlich ausgestattet mit Reiseproviant gehe ich also zum Zug und fahre weiter.

07 Tage | 06 Nächte || 30|09|2013 - 06|10|2013 

Donnerstag, 9. Januar 2014

Treffpunkt Thessaloniki

Ein weiterer Nachtbus und diesmal werde ich für die letzte Fahrt entschädigt, denn es ist ein Doppelstockbus und ich sitze oben, erste Reihe, ganze Sitzbank für mich allein! Da muss ich mal kurz an Tante Gerthilde denken. Das ist natürlich auch ideal zum schlafen.
Pünktlich zum Sonnenaufgang werde ich munter und kann das erstemal griechische Landschaften im vorbeirauschen beschauen bis wir in Thessaloniki ankommen.
Ich kämpfe mich durch zum Hostel und dort wartet Dora schon auf mich. Sie nötigt alle Gäste ihre selbstgemachte Marmelade zu kosten und kocht mam Abend für uns alle. Es ist wie zu einer griechischen Mama nach Hause zu kommen - und das ist sie ja auch, denn sie führt das Hostel nur so lang ihr Sohn Costas, der eigentliche Eigentümer, im Urlaub ist.

eins meiner Leiblingsbilder, weil's so griechisch ist
und das
und das

Thessaloniki ist nicht nur mein Ziel, weil es von Istanbul aus angesteuert wird, sondern auch um Tante Christine und Onkel Wolfgang dort zu treffen, die beiden sind gerade in der Nähe im Urlaub. Am nächsten Tag soll es schon so weit sein! Also packe ich meine vereinzelten Souveniers zusammen um sie morgen zu übergeben und so schonmal nach Hause zu senden und gehe dann schlafen.
Treffpunkt ist der weiße Turm, pünktlich 10 Uhr.

der Treffpunkt

Ich bin ein paar Minuten zu spät, denn ich habe die Entfernung vom Hostel bis zum Treffpunkt etwas unterschätzt. Wir finden uns und freuen uns und umarmen uns und dann will uns gleich einer der Straßenverkäufer ein Armbändchen andrehen, natürlich kostenlos und dann auf einmal doch nicht mehr. So eine Aufregung!
Wir gehen zusammen zum Markt, und essen etwas Frühstück. Danach sehen wir uns die Hagia Sophia an - ja so heißt auch eine Kirche hier in Thessaloniki. Tante Christine fällt beinah über die Absperug in den Altarraum, Onkel Wolfgang stöhnt leise - alles wie immer. Weiter geht es an der Hafenpromenade entlang und zum archäologischen Museum.

Hafenpromenade,
ein Klotz am anderen, oder Beton auf Beton

Das hat eine sehr große Auswahl an ganz außergewöhnlichen frühzeitlichen und antiken Exponaten. Darunter einer der wohl älteste menschliche Schädelfunde der Welt. Zum Abschluss des Tages essen wir das türkische Baklava, welches ich aus İstanbul mitgebracht habe. Dafür sizten wir im Park, im Schatten, denn es ist mal wieder sehr heiß. Und dann heißt es schon wieder Abschied nehmen. Noch schnell ein Bild gemacht und ich winke dem Bus. Schlender dann langsam durch die Stadt zurück zum Hostel.

Sehr schön war es mit euch!
(Und verdammt, sind meine Beine braun!)

Die nächsten Tage bin ich faul. Ich wasche Wäsche und ruhe mich aus, lese mein Buch, schaue mir noch ein paar Kirchen, das römische Forum und die byzantinische Stadtmauer in Thessaloniki an und plane meine Weiterreise.

eine der sehr vielen Kirchen
Stadtmauer von unten herauf photographiert
von oben herunter photographier -
mit Sicht über die halbe Stadt
römisches Forum

Dora bekocht mich. Unter anderem mit Reis, Erbsen und deutscher Bratensauce, die sie vom letzten Deutschlandbesuch mitgebracht hat. Sie überzeugt mich schließlich auch nach Meteora zu den Klösteranlagen zu fahren. Ihr anderer Sohn Dimitris hat dort in Trikala ein weiteres Hostel und sie kann ich dort auch wiedersehen, denn Costas kommt aus dem Urlaub zurück und sie kann heim fahren nach Trikala. Na, dann mache ich das doch! Oder wie Stacey sagen würde: auf reisen sage ich einfach immer "ja"!

05 Tage | 04 Nächte || 26|09|2013 - 30|09|2013